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Nov 22 2018

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Augenentzündung bei Zwerghamstern

Notice

Der Artikel ersetzt weder den Besuch bei einem hamsterkundigen Tierarzt, noch soll er Anreiz zu eigenständigen Behandlungen geben!

Die empfohlenen Behandlungsansätze und Angaben zu Medikamenten und Dosierungen sollen lediglich eine Richtlinie darstellen. Leider kennen sich viele Tierärzte mit so kleinen Tieren wie Zwerghamstern nicht sehr gut aus. In diesem Fall soll der Artikel einige Anreize geben, auf die du deinen Tierarzt aufmerksam machen kannst.

 

Augenentzündungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen bei Zwerghamstern. Die Ursachen für eine Augenentzündung sind vielfältig und liegen in einigen Fällen gar nicht direkt am Auge. Liegt keine andere Erkrankung zugrunde, lassen sich Augenentzündungen in der Regel sehr gut behandeln und heilen vollständig aus.

Symptome:

  • Der Zwerghamster hält sein Auge dauerhaft geschlossen.
  • Das Augenlid ist gerötet.
  • Es tritt klarer, eitriger oder blutiger Ausfluss aus und das Fell rund ums Auge ist verklebt.
  • Das Augenlid ist geschwollen.
  • Das Auge juckt oder brennt, sodass der Zwerghamster vermehrt am Auge putzt oder kratzt.

 

Ist ein Tierarztbesuch erforderlich? Ja, vereinbare kurzfristig einen Termin bei einem hamsterkundigen Tierarzt.

 

Diagnostik: Um die richtige Behandlungsmethode zu finden, muss zunächst die Ursache der Augenentzündung festgestellt werden. Es gibt eine ganze Reihe von möglichen Ursachen, die alle überprüft werden müssen:

  • Zunächst sollte der Tierarzt das Maul des Zwerghamsters gründlich untersuchen. Probleme mit den Zähnen, Entzündungen oder Verletzungen im Mundraum oder den Backentaschen wirken sich sehr häufig auf das Auge aus.
  • Augenentzündungen treten häufig im Rahmen einer Erkältung oder Lungenentzündung auf. Um dies auszuschließen, sollte der Tierarzt den Hamster gründlich abhören und auf Atemgeräusche und andere Erkältungsanzeichen (z. B. Nasenausfluss) untersuchen.
  • Um festzustellen, ob es sich um eine infektiöse Augenentzündung mit bakterieller Ursache handelt, sollte ein Abstrich vom Augensekret gemacht und im Labor untersucht werden. Werden keine Bakterien gefunden, handelt es sich um eine nicht-infektiöse Augenentzündung. Diese können auch durch äußere Reize wie staubige oder duftende Einstreu, Sandkörnchen im Auge oder Zugluft ausgelöst werden. Auch eine Allergie ist möglich, bei Zwerghamstern aber sehr selten.
  • Um eine eventuelle Verletzung der Hornhaut sichtbar zu machen, kann der Tierarzt einen Fluoresceintest machen. Dabei wird etwas Kontrastmittel in das beetroffene Auge getropft, sodass Kratzer oder Verletzungen der Hornhaut sichtbar werden. Anschließend begutachtet der Tierarzt das Auge mit einer Lupenlampe.
  • Konnte durch die genannten Methoden bisher keine Ursache für die Augenentzündung gefunden werden, kann als letzter Schritt ein Röntgenbild erstellt werden, um ggf. Tumore oder Abszesse im Kopfbereich festzustellen.  Diese können ebenfalls ursächlich für die Augenentzündung sein.
  • Bei Zwerghamsterweibchen tritt in einigen Fällen eine beidseitige Bindehautentzündung im Rahmen einer Gebärmutterentzündung auf.

 

Behandlung: Als erste Maßnahmen kannst du das Auge deines Zwerghamsters vorsichtig mit einem Wattepad mit lauwarmen Wasser reinigen. Von der Verwendung von Kamillentee ist dabei trotz seiner entzündungshemmenden Wirkung unbedingt abzuraten, da dieser das Auge austrocknet und enthaltene kleine Teilchen das Auge zusätzlich reizen. Um das Auge anzufeuchten und Juckreiz oder Brennen zu lindern, eigenen sich befeuchtende Augentropfen. Sie bieten außerdem eine gute Chance, kleine Fremdkörper wie Sand- oder Staubkörnchen auszuspülen. Ist die Bindehaut gerötet und tritt Ausfluss auf, können Euphrasia Augentropfen gegeben werden. Beide genannten Augentropfen sind in der Apotheke frei verkäuflich.

Die weitere Behandlung richtet sich stark nach der diagnostizierten Ursache. Liegt die Ursache nicht direkt am Auge, sollte zunächst die jeweilige Ursache behandelt werden. Meist wird dabei die Augenentzündung auch ohne Behandlung am Auge besser.

Liegt die Ursache der Entzündung direkt am Auge, gibt es die folgenden Möglichkeiten:

Handelt es sich um eine bakterielle Entzündung, so muss mit antibiotischen Augentropfen oder Augensalbe behandelt werden. Bei einer nicht-infektiösen Augenentzündung mit geschwollenem Lid empfiehlt sich die Verwendung eines cortisonhaltigen Präparats. Bei Entzündungen, die durch zu trockene Augen, Fremdkörper oder Zugluft verursacht wurden, reicht die Behandlung mit befeuchtenden Augentropfen oft schon aus. Liegt eine Verletzung der Hornhaut vor, dürfen keinesfalls cortisonhaltige Präparate verwendet werden, da diese die Hornhaut zusätzlich schädigen können. In diesem Fall empfiehlt sich die Gabe von wundheilungsfördernden Mitteln wie Vitagel oder Regepithel. Da Verletzungen an der Hornhaut schmerzhaft sein können, kann die Gabe eines Schmerzmittels wie Metacam zusätzlich sinnvoll sein.

Tritt die Augenentzündung häufiger auf, könnte auch eine mangelnde Tränenflüssigkeitsproduktion die Ursache sein. Dies führt dazu, dass das Auge nicht ausreichend vor Reizungen, Bakterien und Fremdkörpern geschützt ist. In diesem Fall ist eine dauerhafte Behandlung mit hyaluronhaltigen Augentropfen zur Befeuchtung des Auges sinnvoll.

 

Besonderheiten in der Pflege: Bei der Verwendung von Augensalben sollte auf jeden Fall für die Zeit der Behandlung das Sandbad entfernt werden, um zu verhindern, dass der Sand am Auge klebt. Dies ist eventuell auch bei der Verwendung einiger Augentropfen nötig. Besprich das am besten mit deinem Tierarzt und beobachte gut, ob der Sand am behandelten Auge kleben bleibt oder nicht.

Sollte die Augenentzündung durch Staub hervorgerufen worden sein, solltest du ab sofort ein möglichst staubarmes Einstreu verwenden.

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Über den Autor

Julia

Pflegestelle und Ansprechpartner für Farbmäuse, Sponsorenbetreuung

Farbmäuse begleiten mich nun schon seit vielen Jahren. Ich möchte mein angesammeltes Wissen und meine Erfahrungen mit anderen Maushaltern und allen Interessierten teilen und so meinen Teil dazu beitragen, einigen Mäusen ein schöneres Leben zu bieten, richtige Informationen zu verbreiten und falsche Haltungsempfehlungen zu verdrängen.

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