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Dez 31 2017

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Degus – (un)komplizierte Haustiere

Degus als Haustiere erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Aber was sind Degus überhaupt?

Um das zu erklären, muss ich ein bisschen ausholen:

Meine Frau ist auf so ziemlich alles allergisch, was Fell besitzt: Katzen, Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen usw… Daher war ich schon damals überzeugt, dass wir niemals Haustiere besitzen werden. Aber es sollte anders kommen, als gedacht:

Ich habe von Degus das erste Mal im Jahr 2011 gehört. Es gab eine Dokumentation über die Deguhilfe West e.V., in welcher dem Zuschauer Degus nähergebracht wurden. Die Pflegestelle, die dort gezeigt wurde, lag in idealer Nähe, nämlich in Neuss. Unter anderem wurde dort erwähnt, dass Degus die Allergene, die zu einer Tierhaarallergie führen, nicht besitzen. Da wurden wir hellhörig und haben einen Termin mit der im TV gezeigten Pflegestelle vereinbart. Nach mehreren Telefonaten und Besuchen in Neuss haben wir uns an den Bau des Käfigs gewagt.

Klar, es gibt auch fertige Nagerkäfige zu kaufen, diese erschienen uns aber aus mehreren Gründen nicht geeignet zu sein, sodass wir uns dazu entschieden haben, einen eigenen Käfig zu bauen. Den Bau könnt ihr euch hier ansehen.

Beim Bau des Käfigs gibt es eine Menge zu beachten: Die Grundmaße laut TVT sind 100x50x100 (h x b x t) für 4 Degus. Da wir nur 3 Tiere zu uns holten, hätten die Maße locker gereicht, wir wollten aber mehr. Also bauten wir einen Käfig, der 180x55x120cm groß ist. Später habe ich erfahren, dass die Mindestmaße, also die des Nagerschutzes für Degus 150x50x150cm betragen. Da ich diese natürlich einhalten möchte, habe ich einen weiteren Anbau von 150x150cm an meinen Käfig angeschlossen, damit der Bewegungsdrang der Degus voll ausgeschöpft werden kann, denn Degus laufen im natürlichen Lebensraum mehrere Kilometer am Tag.

Der Käfig muss auch noch nagesicher sein, da Degus sehr nagefreudig sind und an so allem rumknabbern, was es im Käfig gibt. Aber all dies könnt ihr euch im separaten Blog-Beitrag durchlesen.

Die Einrichtung im Käfig kann sehr individuell geschehen. Dabei sind zwei Dinge zu beachten: Kein Plastik im Käfig und kein Laufrad mit Schereneffekt.

Wichtig sind ein Laufrad mit mind. 32cm Durchmesser und ein Sandbad zum Säubern des Fells.

Degus sind sehr sozial-lebende Tiere aus Chile und leben in Familiengruppen. Daher ist es zwingend notwendig, sie zuhause in Gruppen ab mind. 3 Tieren zu halten. Bei der Gruppenkonstellation gibt es auch 2-3 Dinge zu beachten: entweder NUR gleichgeschlechtliche Gruppen oder einen kastrierten Degu mit mehreren Weibchen.

Warum gleichgeschlechtliche Gruppen? Nun, Degus vermehren sich sehr schnell und können bis zu 10, manchmal sogar bis zu 13 Babys bekommen. Da sie sehr schnell geschlechtsreif werden, ist eine ungewollte Vermehrung so gar nicht mehr aufzuhalten und es kann schnell zu einem Degunotfall kommen.

Was die Nahrung betrifft, sind Degus etwas anspruchsvoller. Das Wichtigste vorweg: Heu und frisches Wasser müssen immer zur Verfügung stehen. Tabu sind vor Allem zuckerhaltige Nahrungsmittel wie Obst und süße Leckerchen. Gut geeignet sind Blätter, Blüten, Rinde, Wurzeln und Sämereien. Solltet ihr Küchenkräuter, wie Petersilie oder Basilikum übrig haben, werden euch eure Degus dankbar sein.

Jetzt habe ich euch mit so vielen Informationen bombardiert, doch eine wichtige Frage bleibt: Woher bekomme ich denn nun Degus?

Die Frage ist recht einfach zu beantworten. Degus sind in vielen Tierheimen zur Vermittlung ausgeschrieben. Auch wir vermitteln ab und zu Degus. Schaut einfach mal hier oder hier nach.

Bitte sucht nicht nach Züchtern. Es gibt zwar sogenannte Züchter, allerdings gibt es keine Regelung, was das Züchten von Degus betrifft und es finden auch keine Kontrollen statt, da es keinen Zuchtverband für Degus gibt. Somit kann jeder züchten, der will. Es ist zu wenig über die Genetik der Degus bekannt, als dass man sagen könnte, dass jemand genug darüber weiß. Daher ist von einem Kauf von diesen Personen abzuraten.

Züchter möchten auch besondere Degus züchten. So kommt es nicht selten vor, dass sie nicht die wildfarbenen (und damit die ursprünglichen) Degus bevorzugen, sondern andersfarbige. Dazu gehören vor Allem blaue, sandfarbene, gescheckte und neuerdings auch schwarze Degus. Es ist nicht bekannt, wie der Gesundheitsstatus solcher Degus ist, sodass auch davon abzuraten ist, andersfarbige Degus zu holen.

Eine sehr gute Anlaufstelle ist die Deguhilfe Süd e.V. Sie ist ein Verein im Süden Deutschlands, die eng mit dem Nagerschutz bei Degufragen zusammenarbeitet und auch Vermittlungen durchführen kann. Wer sich bei der Deguhilfe Süd melden möchte, kann dies hier machen.

Auch unsere Ansprechpartner Björn Boltz und Julia Riedel helfen euch gerne bei Degufragen.

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Über den Autor

Björn

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