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Okt 31 2014

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Themenwoche Rennmaus: Medikamentengabe bei Kleinnagern

Medikamentengabe bei Fluchttieren, wie der Rennmaus ist für Halter und das betroffene Tier meist sehr stressig.

Unsere Pflegestellen stehen relativ häufig vor dem Problem der Medikamentengabe und stellen nun einige Methoden vor. Letztendlich ist es wichtig, dass jeder Halter seine Methode findet, mit der er am besten klar kommt und vor allem die richtige Dosis für das Tier in das Tier hinein bekommt 🙂

Bereits im Vorfeld der Medikamentengabe gibt es einiges zu beachten. Fangen wir bei dem Transport und der Lagerung des Medikamentes an:

Zu allererst: Medikamente nie auf eigene Faust geben, sondern immer Rücksprache mit dem Tierarzt halten. Die Medikamente müssen immer nach den Angaben der Packungsbeilage gelagert werden. Grundsätzlich dürfen Medikamente nie der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

Gekühlte Medikamente sollten vor der Medikamentengabe bereits frühzeitig aus dem Kühlschrank entnommen werden, sodass sie eine angenehme Temperatur für das Tier aufweisen.

Oftmals gibt der Tierarzt eine größere Menge des Medikamentes ab. Hier sollte die Einzeldosis immer in eine seperate Spritze abgefüllt werden, sodass es im Eifer des Gefechtes nicht zu einer (gefährlichen) Überdosis kommen kann. Gerade Kleintiere benötigen oft nur kleine Mengen des Medikamentes. Die Anwendung eines Spardorns ist ratsam, sodass das Tier die richtige Menge des Medikamentes aufnehmen kann.

 

Kommen wir nun zu der Medikamentengabe.

Auf vielen Webseiten und in Ratgebern wird oft empfohlen das Medikament über das Trinkwasser zu geben oder das Medikament ins Fell zu schmieren, sodass es automatisch abgeleckt wird, wenn das Tier sich putzt.  Die Gabe über das Trinkwasser ist äußerst ungeeignet, da viele Tiere nicht ausreichend trinken und die Dosierung somit sehr schwer auszurechnen ist. Die Gefahr einer Resistenzentwicklung ist in diesem Fall zu hoch. Auch bei der Methode das Medikament in das Fell zu schmieren gibt es einige Nachteile. Unter anderem besteht die Gefahr, dass das Medikament vom Partnertier abgeleckt wird und somit wieder die Gefahr der Resistenzbildung gegeben ist. Zudem gibt es auch Tiere die sich von dem oftmals bitteren Geschmack abschrecken lassen und somit das Putzen des Fells verweigern.

Eine gängige Methode der Medikamentengabe ist das Unterrühren in den Lieblingsbrei. Hier sollte man im Vorfeld bereits Brei angeboten haben um Klarheit zu haben welcher Brei angenommen wird. Im Krankheitsfall kann nun das Medikament in eine kleine Schale Brei eingerührt werden und dem Tier angeboten werden. Im Idealfall bemerkt das Tier das Medikament im Brei gar nicht und frisst den gesamten Brei auf.

Eine andere Methode ist das Einspritzen in einen getrockneten Mehlwurm. Hier sollte darauf geachtet werden, dass der Mehlwurm heile ist und keine Löcher aufweist durch die das Medikament entweichen kann. Mit Hilfe einen subcutanen Nadel kann das Medikament ganz einfach in einen Mehlwurm injiziert werden und dem Tier angeboten werden. Diese Methode ist nicht geeignet für Tiere die mit ihrem Leckerlie an einen sicheren Ort flüchten. Es besteht die Gefahr dass der Mehlwurm nicht aufgefressen wird und somit auch das Medikament nicht in die Maus gelangt.

 

mehlwurm

 

Auf der Homepage des Nagerschutz e.V. findet ihr eine ausführliche und bebilderte Anleitung zur Medikamentengabe mit Hilfe eines getrockneten Mehlwurms.

Medikamentengabe bei Kleinnagern

Ihr habt weitere Methoden zur Medikamentengabe bei Kleinnagern und möchtet uns diese mitteilen? Schreibt einfach eine e-Mail an info@nagerschutz.de

Gute Besserung an alle kranken Schützlinge!!

 

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Über den Autor

Edda Wellmann

Die Tatsache dass viele allein lebende Rennmäuse in Tierheimen oder Privathaushalten ihr Dasein fristen, ist meine Motivation in Sachen Haltung und Vergesellschaftung aufzuklären.
Weil viele kleine Menschen an unterschiedlichen Orten gemeinsam viel bewegen können, habe ich mich dem Nagerschutz e.V. angeschlossen.
Es ist mir wichtig, dass Image der Mongolischen Rennmäuse zu verbessern, sodass viele der possierlichen Nager ein neues, artgerechtes Heim finden.

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