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Nov 21 2018

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Verklebte oder entzündete Duftdrüse bei Zwerghamstern

Notice

Der Artikel ersetzt weder den Besuch bei einem hamsterkundigen Tierarzt, noch soll er Anreiz zu eigenständigen Behandlungen geben!

Die empfohlenen Behandlungsansätze und Angaben zu Medikamenten und Dosierungen sollen lediglich eine Richtlinie darstellen. Leider kennen sich viele Tierärzte mit so kleinen Tieren wie Zwerghamstern nicht sehr gut aus. In diesem Fall soll der Artikel einige Anreize geben, auf die du deinen Tierarzt aufmerksam machen kannst.

 

Besonders bei älteren und übergewichtigen Zwerghamstern lagert sich häufig Sekret an der Duftdrüse ab und verkrustet. Durch die Kruste kann das Sekret nicht mehr richtig abfließen und es kommt zu einer Entzündung. Dies kann durch eine rechtzeitige Reinigung der Duftdrüse verhindert werden, deshalb ist es wichtig, die Duftdrüse des Zwerghamsters regelmäßig zu kontrollieren.

Symptome:

  • Die Duftdrüse am Bauch des Zwerghamsters ist verkrustet, eitrig oder sogar blutig.
  • Eventuell ist auch das Fell rund um die Duftdrüse verschmiert und die Haut gerötet.

 

Ist ein Tierarztbesuch erforderlich? Wenn die Duftdrüse eitrig oder blutig oder die Haut gerötet ist, stelle den Zwerghamster so schnell wie möglich einem hamsterkundigen Tierarzt vor. Ist die Duftdrüse nur verkrustet, kannst du zunächst versuchen, die Duftdrüse zu reinigen (siehe unten bei Behandlung). Tritt nach ein paar Tagen keine Besserung ein, gehe kurzfristig zu einem hamsterkundigen Tierarzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ist die Duftdrüse nur durch überschüssiges Sekret verkrustet, es gibt keinen Eiter oder Blut und die Haut ist nicht gerötet. In diesem Fall kann zunächst versucht werden, ob eine Reinigung der Duftdrüse ausreicht. Ein Tierarztbesuch ist erst dann erforderlich, wenn in einigen Tagen trotz der Reinigung keine Besserung eintritt.

 

Diagnostik: Der Tierarzt sollte die Duftdrüse vorsichtig reinigen und oberflächliche Krusten entfernen, um zu sehen, ob sich darunter Eiter befindet. Außerdem sollte er tumoröse Veränderungen oder Verletzungen der Duftdrüse ausschließen.

 

Behandlung: Sofern die Duftdrüse nicht vereitert oder blutig ist, kannst du zunächst versuchen, sie selbst zu reinigen. Weiche die Kruste am besten zuerst mit etwas Babyöl, Vaseline oder einem Gesichtswaschgel (achte auf natürliche Zutaten und keine Parfümstoffe!) ein und versuche anschließend, die Kruste mit einem feuchten Wattepad vorsichtig abzureiben. Halte den Zwerghamster dazu so in der Hand, dass sein Rücken in deiner Handfläche liegt und du den Kopf zwischen Daumen und Zeigefinger fixieren kannst. Besorge dir eventuell Hilfe von einer zweiten Person. Wiederhole die Reinigung täglich, am besten zu den üblichen Wachzeiten deines Zwerghamsters. Tritt nach 3-4 Tagen keine Besserung ein, stelle deinen Zwerghamster deinem Tierarzt vor.

Ist die Duftdrüse bereits eitrig oder blutig oder die Haut rundherum gerötet, sollte dem Zwerghamster über 7 bis 10 Tage ein Antibiotikum verabreicht werden. Gut geeignet ist beispielsweise Baytril (2,5%) bzw. Enrobactin (1x tägl. 0,004ml pro 10gr Körpergewicht oral) oder Chloromycetin (2x täglich je 0,02ml pro 10g Körpergewicht oral).

Von der Behandlung mit Salben ist dringend abzuraten, da diese den Zwerghamster zusätzlich zum Lecken und Putzen der Duftdrüse anregen.

 

Besonderheiten in der Pflege: Einmal betroffene Zwerghamster haben meist auch in Zukunft die Neigung zu einer verklebten Duftdrüse. Deshalb sollte die Duftdrüse regelmäßig (etwa einmal in der Woche) kontrolliert werden.

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Über den Autor

Julia

Pflegestelle und Ansprechpartner für Farbmäuse, Sponsorenbetreuung

Farbmäuse begleiten mich nun schon seit vielen Jahren. Ich möchte mein angesammeltes Wissen und meine Erfahrungen mit anderen Maushaltern und allen Interessierten teilen und so meinen Teil dazu beitragen, einigen Mäusen ein schöneres Leben zu bieten, richtige Informationen zu verbreiten und falsche Haltungsempfehlungen zu verdrängen.

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