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Mai 01 2017

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Warum Nager von Bohnenflocken nicht sterben

Wenn wir unsere kleinen, pelzigen Lieblinge belohnen wollen, sei es, weil sie ein Kunststück vollführt haben, weil wir sie sonst kaum zu Gesicht bekämen oder einfach so, greifen viele von uns zu Erbsen- oder Bohnenflocken. Hülsenfrüchte werden mittlerweile auch in der Kaninchen- und Nagerhaltung immer beliebter und kommen auch bei Futtermischungen immer öfter vor.

Nun muss es umso schockierender sein zu erfahren, dass viele Hülsenfrüchte nicht nur uns Menschen gefährlich werden könnten, sondern auch unseren flauschigen Mitbewohnern. Viele Hülsenfrüchte enthalten bestimmte Proteinverbindungen, die viele Körperfunktionen beeinflusst, Lektine beispielsweise führen zum Beispiel zur Verklumpung von roten Blutkörperchen. Die Phytine binden Mineralien und sorgen so für eine Unterversorgung von Kalium, Kalzium, Mangnesium und co. Man könnte sich nun fragen, warum man solch ein Teufelszeug armen, unschuldigen Haustieren gibt?

Wie in der gesamten Pflanzenwelt gibt es nicht nur gut und böse und so haben auch Lektine und Phytine positive Eigenschaften in der Ernährung. In geringen Mengen aufgenommen können Lektine beispielsweise gegen bakterielle Infektionen helfen und es gibt Hinweise, dass sie eventuell vorbeugend gegen die Krebsentstehung helfen können. Dazu muss man sagen, dass nicht alle Hülsenfrüchte gleich viel an diesen Stoffen beinhalten. Linsen beinhalten kaum etwas davon, viele Bohnen dagegen mehr, die Feuerbohne kann innerhalb von Stunden starke Vergiftungserscheinungen bei Menschen hervorrufen. Deshalb müssen manche dieser Samen vor dem Verkauf behandelt werden, so werden manche Hülsenfrüchte nur heiß gewalzt, andere gedämpft und gewälzt und wieder andere können einfach getrocknet gegeben werden.

Aber bei der Fütterung von Hülsenfrüchten spielen nicht nur die Phytine und Lektine eine Rolle, auch andere Proteinbestandteile haben positive Eigenschaften. Zwar können die pflanzlichen Eiweiße nicht so gut aufgenommen werden, wie tierische, es gibt aber Hinweise, dass sie den Blutzucker senken und die Darmgesundheit erhöhen, auch bei Nagern. Natürlich muss man dazu sagen, dass sie dazu sehr nachhaltig sind, da gerade Erbsen und Bohnen auch lokal angebaut werden und keine langen Transportwege brauchen und das Kraut dieser Pflanzen gerne als Gründünger genutzt wird.

Bei Nagetieren, die tierisches Eiweiß brauchen, sind Hülsenfrüchte definitiv eine gute Ergänzung zu den bisherigen Proteinquellen und bei veganen Nagern und Kaninchen geben Hülsenfrüchte die Proteine, die sie zum Leben benötigen.

Es gibt also keinen Grund mehr Angst vor Futtermischungen mit Hülsenfrüchten zu haben.

Bei der Suche nach Quellen hat mir der Herr von der Forst von unserem Partner Futter Paradies sehr geholfen.

Hier geht es zum Futter Paradies

 

Quellen:

C.Griebel. 1949. Erkrankungen durch Bohnenflocken (Phaseolus vulgaris L.) und Platterbsen (Lathyrus tingitanus L.). Institut für Lebensmittel-, Arzneimittel- und gerichtliche Chemie.

Zentralausschuss der Deutschen Landwirtschaft, Normenkommission für Einzelfuttermittel. 2017. Positivliste für Einzelfuttermittel. 12. Auflage

Combe, Pirman, Stekar, Houlier, Mirand. 2004. Differential effect of lentil feeding on proteosynthesis in the large intestine, liver and muscle of rats. Human Nutrition Research Centre and Institut National de la Recherche Agronomique, Clemont-Ferrand, France. Journal of Nutritional Biochemistry, 2004, Vol. 15, pp 12-17. doi:10.1016/j.jnutbio.2003.08.006

Peumans, Van Damme. 1995. Lectins as Plant Defense Proteins. Laboratory for Phytopathology and Plant Protection, Katholieke Universiteit Leuven, Leuven, Belgium. Plant Physiol., 1995, Vol. 109, pp. 347-352.

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Über den Autor

Kathinka Bradley

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