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Mrz 25 2018

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Wiesenfütterung: Vor- und Nachteile

Es ist wieder Frühling und bald grünt und blüht es wieder überall. Die Vögel singen, die Bienen surren durch die Luft und der Duft der Blüten steigt einem in die Nase. Da werden nicht nur die Kräuterhexen aktiv, auch immer mehr Kleintierhalter springen durch die Wiesen, um Wildkräuter und Äste für ihre Lieblinge zu sammeln. Aber ist das eigentlich gesund? Und warum sollte man das tun?

Wildkräuter bieten eine ganze Reihe von Vorteilen. Im Gegensatz zu getrockneten Kräutern und Gemüsen enthalten Wildkräuter wie Löwenzahn und Gänseblume einige leicht flüchtige Stoffe, die getrocknet nicht mehr enthalten sind (=leicht flüchtig) oder für Menschen nicht schmackhaft sind und deswegen in vielen Gemüsen herausgezüchtet wurden. Löwenzahn enthält zum Beispiel Bitterstoffe, die sehr gut für die Verdauung sind, obendrein hilft er bei Blasen- und Nierenerkrankungen. Diese sind aber in dem Gemüselöwenzahn nicht mehr so intensiv. Gundermann enthält ätherische Öle, die zwar sehr intensiv schmecken, aber desinfizierend und entzündungshemmend wirken. Knoblauchsrauke enthält ebenso leicht flüchtige äthersiche Öle, die im getrockneten Kraut nicht mehr vorhanden sind und auch desinfizierend und entzündungshemmend wirken. In vielen Wildkräutern sind zudem eine Menge wichtiger Mineralien enthalten und dazu viel Wasser, was Blasen- und Nierenproblemen bei Kaninchen, Meerschweinchen, Degus und Chinchillas vorbeugt.

 

Hinzu kommt, dass gerade Äste und Laub bei Nagetieren und Kaninchen beim Zahnabrieb helfen und den Nagetrieb befriedigen. Die Rinde vieler Bäume enthalten Gerbstoffe, die für eine geregelte Verdauung sorgen und Darmparasiten entgegen wirken. Maus, Hamster und co vertiefen sich teils stundenlang darin die Rinde abzunagen und die Blätter zu naschen. Dickere Äste können dann zudem als Gehegedekoration dienen, auf denen geturnt und balanciert werden kann.

 

Leider gibt es auch Hindernisse. Zuerst einmal muss man zu den Pflanzen kommen. Je nachdem welches hungrige Tier zu Hause wartet, muss man eine größere Menge Kräuter finden. Eine geeignete Wiese sollte nicht unbedingt die beliebteste Hundewiese des Ortes sein, wobei ein paar Hunde hin und wieder nicht schlimm sind. Gerade bei Kaninchen muss man sehr streng darauf achten, dass es auf der Wiese keine Wildkaninchenkolonie gibt, denn diese können Krankheiten und Parasiten übertragen. Die heimischen Kaninchen sollten deshalb gegen RHD 1&2 und Myxomatose geimpft sein. Solch eine geeignete Wiese zu finden ist teilweise recht schwer. Man sollte die Wiese zu verschiedenen Tageszeiten besuchen und schauen wie viele Hunde sich dort befinden und ob man Kaninchen auf der Wiese sieht.

Zweige kommen bei Kaninchen und Nagern besonders gut an.

 

Das nächste Hindernis ist es die Pflanzen zu erkennen. So viele leckere Wildkräuter es auch gibt, so viele wirklich Giftige gibt es. Zum Beispiel kann man Wiesenkerbel sehr leicht mit dem tödlich giftigen Schierling verwechseln, als Anfängerpflanze eignet sich Kerbel also nicht. Hierzu sollte man sich ein gutes Wildpflanzenerkennungsbuch kaufen und mit leichten Pflanzen zu beginnen. Am Anfang eignen sich Klassiker wie Löwenzahn, Gänseblümchen, Schafgarbe oder Klee, aber auch Knoblauchsrauke, Giersch, Spitz- und Breitwegerich oder Gräser. Von dieser Basis an kann man sich jedes Jahr bis zu 5 Pflanzen mehr vornehmen, die man zu erkennen versucht.

Viele fürchten auch mit der Wiese Darmparasiten oder Krankheiten mit einzuschleppen, sowie Milben und anderes. Hier sei gesagt, dass man gerade bei Kaninchen aufpassen muss. Der Nachteil bei Kaninchen ist, dass sie heimisch sind und deshalb Krankheiten der Widkaninchen bekommen können, weswegen eine Impfung wirklich angeraten ist. Das Waschen der Wiese zu Hause kann die Wahrscheinlichkeit von Parasiten dazu mindern. Gesunde Nagetiere hingegen sind kaum betroffen, da sie meist nicht heimisch sind und deswegen auch kaum Krankheiten oder Parasiten der hier vorkommenden Tiere bekommen. Ein Parasitenbefall, der von der Wiesenfütterung kommt, ist aber bisher kaum vorgefallen. Trotzdem ist ein Tierarztbesuch bei Verdacht natürlich Pflicht.

Der letzte „Nachteil“ der Wiesenfütterung ist die Zeit, die man benötigt. Aber hier muss man sagen, dass man durch die Wiesenfütterung viel frische Luft und Bewegung im Grünen bekommt. Auch wenn man hin und wieder nicht die Zeit dafür hat, ein Spaziergang im Grünen an anderen Tagen ist Balsam für die Seele und kann Stress abbauen.

Giersch ist einer der Doldenblütler deren Blätter ihn unverkennbar machen.

Auch wenn das Sammeln von Wildkräutern und Ästen etwas Wissen und etwas Zeit voraussetzt, so kann es schnell zu einem schönen Hobby werden, das Mensch und Tier erfreut.

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Über den Autor

Kathinka Bradley

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